Von Alfred Pfeiffer (Artikel erschienen in der Ausgabe 25, Oktober/November 2004)

 Pfeiffer Alfred

Nach unserer Operation Nord, wo wir das Traditionsarchiv Unterseeboote in Cuxhaven besucht haben, hatten wir die Idee Herrn Bredow ein Modell des Typ IXD2 mit eingeschnürtem Oberdeck zu bauen und ihm für seine Sammlung zur Verfügung zu stellen.

Als Hans den Rumpf für dieses Boot bestellen wollte, kam mir der Gedanke, aus meiner U995 ein anderes Boot zu bauen. Ich hatte mich schon länger mit dem Gedanken gespielt, einfach durch Austauschen des Oberdecks ein anderes Boot entstehen zu lassen und zwar eines mit einfachem Wintergarten. Das wäre auch um einiges günstiger als ein komplett neues Boot zu bauen.

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Gesagt-getan, ein kurzer Anruf bei Hans und schon war ein neues Oberdeck von Hans bei HASSE-Schiffsmodellbau in Hamburg bestellt. Doch wie sollte nun dieses Boot nach Hofstetten kommen ohne unnötig hohe Transportgebühren zahlen zu müssen und das Ganze wenn möglich auch noch ohne Beschädigungen. Nachdem Hans im Oktober letzten Jahres zu seiner Schwester Anita nach Hamburg zu Besuch fuhr (sie lebt und arbeitet in Hamburg), bot er mir an, das Oberdeck gemeinsam mit dem IXD2 Rumpf mit nach Hause zu nehmen. Somit wurde das Teil direkt vom Hersteller abgeholt, was besseres konnte mir ja nicht passieren.

Als Hans wieder daheim war, bekam ich den schon ersehnten Anruf mit der Nachricht, dass das Oberdeck bei Hans im Keller zum Abholen bereit lag.

Ende Oktober 2003 besuchten Hans und ich die Modellbauausstellung in Wien, wobei auch das Oberdeck endlich im Kofferraum meines Wagens verschwand. Einige Tage später wurde schon mit dem Bau begonnen, ich konnte es nicht länger erwarten, meinem Boot ein neues Gesicht zu geben.

Doch nun stellte sich gleich mal am Beginn die Frage – welchen Turm soll ich bauen? Der Turm von HASSE gefiel mir nicht, der schied schon mal aus. Doch was nun. Ein Griff zum Hörer und schnell mal Hans anrufen, der hatte doch da in seiner Werkstatt irgendwo ganz hinten so einen wunderbaren Teil, der aussah wie ein Turm, liegen???? Nachdem Hans sowieso nur hortet und nix baut (hähähähä), stand ich schon einige Tage später bei ihm vor der Tür. „Hans, ich brauche einen Turm“ war meine Begrüßung. Er sagte nur: „Fein, wir verkaufen nix“ Nachdem ich mir aber die Jean auf den Waschbetonsteinen vom Betteln aufgewetzt hatte, ließ sich Hans erweichen und vermachte mir seine Turm-Leiche, die ich, wie Frankenstein, wieder zum Leben erwecken wollte. (siehe Bilder).

Baues eines fahre Zwei 4a Baues eines fahre Zwei 5a

Es handelt sich dabei um einen Turm mit seitlichem Antennenschacht, den man im Modell recht selten findet. Das war was für mich!!!!

Viel war eigentlich nicht mehr an dem Deck zu machen. Diese verdammten Flutschlitze (ca. 1 Mio.) mussten ausgebohrt und gefeilt werden und die Finger krachten schon. Doch mit genügend Schmierung mit Hopfenblütentee ließ sich die Schinderei ertragen. Als nächstes kam der Turm an die Reihe. Hans hatte doch auch seinen Turm selbst hergestellt, wie war das noch mal mit der Turmplattform? Wieder einmal der obligatorische Griff zum Hörer und Hans angerufen.

Er überließ mir seine Schablonen sowie ein Stück Messing-Lochblech damit ich die Plattform so anfertigen konnte wie ich mir das vorgestellt hatte. Nachdem die Plattform fertig und eingebaut war, kam der eigentliche Ausbau des Turmes an die Reihe. Sehrohrbock, Turmluk, Peilrahmen, Antennschachtverkleidung, Reling, Handläufe, Positionslichter, Flakgeschütze und vieles mehr, war nicht wirklich ein Problem. Auf der Innenseite wurde der Turm mit abgeschnittenen Holzleisten ausgelegt und verkleidet. Noch ein paar Trittbretter dran und fertig war der Turmausbau.

Baues eines fahre Zwei 3a

Nachdem der Turm am Oberdeck befestigt war, machte ich mir Gedanken zu den Netzabweisern und Antennen des Bootes. Ich brauchte Spannschlösser, doch als sich nach einem Telefongespräch mit Hans herausstellte, dass auch er keine mehr hatte, griff ich in Fredi’s Trickkiste. Quetschbinder, wie man sie in der Elektronik verwendet, wurden als Spannschlösser zweckentfremdet und siehe da – es funktionierte.

Somit war der Rohbau mehr oder weniger fertig und gerade als ich mit dem Lackieren beginnen wollte, stand Hans mit der Digitalkamera vor meiner Kellertür. Vermutlich hatte er nur Durst und kam deswegen nach Hofstetten. Nun gut, dem sollte Abhilfe geschaffen werden. Gesagt getan, an die Arbeit!

Gemeinsam machten wir uns Gedanken über die Lackierung des Bootes. Dazu nahm ich das Heft „Vom Original zum Modell VIIC“ zur Hand und zeigte Hans ein Originalfoto von U253 der 8. U-Flottille. Das Besondere was mir an diesem Boot gefiel, war der Tarnanstrich – so einen wollte ich auch wieder haben, nachdem mein ROBBE U-47 (U98) auch diesen Anstrich hatte. Im Sommer letzten Jahres hatte ich das Boot jedoch verkauft, deshalb musste nun „Ersatz“ her.

Das Boot wurde abgeklebt und dann erst einmal dunkel mit Airbrush lackiert. Nachdem die Abdeckbänder entfernt waren, kamen die helleren Flächen zur Bearbeitung. Das Oberdeck war kein Problem, schwieriger sollte sich der Turm erweisen. Ich schraubte den Turm wieder vom Oberdeck ab und musste alle Konturen die hellgrau sein sollten, erneut abkleben. Das war aufgrund der vielen Ecken, Kanten und Verrundungen eine sehr „bescheidene“ Arbeit. Doch auch dieser Kelch ging an mir vorüber und die Lackierung war, nachdem die Bänder wieder entfernt worden waren, super gelungen. Es sah aus, so meine ich, wie im Original.

Meine U995 (Fa. Schaffer) hat jetzt einen neuen Namen und heißt nun.......U253.

Das Deck der U995 wird aber bei den Treffen weiterhin verwendet werden, kommt drauf an wie ich gerade Lust habe. Einmal U995, ein anders Mal U253.........ist doch eine elegante Lösung, nicht wahr? Ein Rumpf – 2 Boote – Baue eines – fahre zwei!

 

Euer Fredi

Auch bekannt als Kaleu mit der weißen Mütze

 

  

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